Ob im Hummus, in einer warmen Suppe oder als knusprige Beilage aus dem Ofen: Kichererbsen bringen nussigen Geschmack, angenehme Sättigung und erstaunlich viel kulinarische Vielseitigkeit auf den Teller. Ich zeige, was hinter dieser Hülsenfrucht steckt, welche Nährwerte sie liefert, worin sich getrocknete und konservierte Exemplare unterscheiden und wie sie zuverlässig gelingen.
Die wichtigsten Fakten zu Kichererbsen auf einen Blick
- Hülsenfrucht: Kichererbsen gehören wie Linsen und Bohnen zu den Leguminosen.
- Nährstoffreich: 100 g gekochte Kichererbsen liefern ungefähr 160 kcal, 9 g Eiweiß und 8 g Ballaststoffe.
- Getrocknet: Über Nacht einweichen und anschließend in frischem Wasser etwa 60 bis 90 Minuten garen.
- Aus der Dose: Sie sind bereits gegart, sofort verwendbar und besonders praktisch für schnelle Gerichte.
- Wichtig: Getrocknete Kichererbsen niemals roh oder nur halbgar essen.

Was sind Kichererbsen und woher kommen sie?
Kichererbsen sind die Samen einer krautigen Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Botanisch haben sie also nichts mit grünen Erbsen zu tun. Ihr Name geht vermutlich auf das lateinische „cicer“ zurück, während die englische Bezeichnung „chickpea“ auf eine ältere sprachliche Entwicklung zurückgeht.
Die runden, beige-gelben Samen stammen ursprünglich aus Vorderasien und werden heute unter anderem in Indien, der Türkei, Nordafrika, Mexiko und Spanien angebaut. In der mediterranen Küche haben sie einen festen Platz. Besonders in Italien begegnen sie mir häufig in „pasta e ceci“, einer einfachen Kombination aus Pasta, Kichererbsen, Brühe und Kräutern.
Geschmacklich sind sie mild, leicht nussig und eher unaufdringlich. Genau das macht sie so wertvoll. Sie nehmen Gewürze, Olivenöl, Tomaten und Kräuter gut auf, ohne deren Aromen zu überdecken.
Was steckt ernährungsphysiologisch in der Hülsenfrucht?
Gekochte Kichererbsen liefern pro 100 Gramm ungefähr 8 bis 9 Gramm pflanzliches Eiweiß und rund 7 bis 8 Gramm Ballaststoffe. Dazu kommen komplexe Kohlenhydrate, etwas Fett sowie Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalium und Zink. Die genauen Werte schwanken je nach Sorte, Gargrad und Produkt.
Die Kombination aus Eiweiß und Ballaststoffen sorgt dafür, dass eine Mahlzeit mit Kichererbsen meist länger sättigt als eine Beilage aus hellem Brot oder normaler Pasta. Ich setze sie deshalb gern ein, wenn ein Gericht sättigend sein soll, aber trotzdem leicht und gemüsereich bleiben darf.
| Nährwert pro 100 g gekocht | Ungefährer Wert |
|---|---|
| Energie | 160 bis 170 kcal |
| Eiweiß | 8 bis 9 g |
| Kohlenhydrate | 27 bis 28 g |
| Ballaststoffe | 7 bis 8 g |
| Fett | 2 bis 3 g |
Der Begriff „pflanzliches Eiweiß“ bedeutet nicht, dass Kichererbsen Fleisch oder Milchprodukte vollständig ersetzen müssen. In einer abwechslungsreichen Ernährung ergänzen sie sich besonders gut mit Getreide, Nüssen und Samen, etwa in Pasta mit Kichererbsen oder einem Salat mit Vollkornbrot.
Getrocknet oder aus der Dose was passt besser?
Beide Varianten haben ihre Berechtigung. Getrocknete Kichererbsen sind meist günstiger und lassen sich nach dem Garen besonders cremig zubereiten. Konserven sparen dagegen viel Zeit und sind für Hummus, Salate oder eine spontane Pastasauce oft die vernünftigere Wahl.
| Variante | Stärke | Zu beachten |
|---|---|---|
| Getrocknet | Günstig, aromatisch, sehr cremig | Einweichen und längere Garzeit nötig |
| Aus der Dose oder dem Glas | Sofort einsatzbereit | Auf Salzgehalt achten und gut abspülen |
| Kichererbsenmehl | Ideal für Farinata, Pfannkuchen und Bindungen | Nicht jede Anwendung funktioniert ohne Erhitzen |
Bei Konserven gieße ich die Flüssigkeit ab und spüle die Kichererbsen unter kaltem Wasser. Das entfernt einen Teil der Lake und kann den Geschmack verbessern. Die Flüssigkeit aus der Dose wird übrigens Aquafaba genannt und lässt sich aufschlagen oder zum Binden veganer Speisen verwenden.
So werden getrocknete Kichererbsen richtig zubereitet
Getrocknete Kichererbsen sollten zunächst kontrolliert und abgespült werden. Danach kommen sie in reichlich kaltes Wasser, am besten für 8 bis 12 Stunden. Sie quellen deutlich auf, deshalb muss die Schüssel großzügig bemessen sein.
- Kichererbsen abspülen und mit mindestens der dreifachen Menge Wasser bedecken.
- Über Nacht oder mindestens mehrere Stunden einweichen.
- Einweichwasser wegschütten und die Hülsenfrüchte erneut abspülen.
- In frischem Wasser ohne Salz etwa 60 bis 90 Minuten weich kochen.
- Erst danach salzen und mit dem Rezept weiterarbeiten.
Gar sind sie, wenn sie sich mit einer Gabel leicht zerdrücken lassen. Für Hummus dürfen sie sogar etwas weicher sein. Säurehaltige Zutaten wie Tomaten, Essig oder Zitronensaft gebe ich erst hinzu, wenn die Kichererbsen weich sind, sonst können sie länger hart bleiben.
Rohe oder unzureichend gegarte Kichererbsen sind keine gute Idee, weil natürliche Inhaltsstoffe wie Lektine erst durch ausreichendes Erhitzen zuverlässig reduziert werden. Die Verbraucherzentrale und das Bundeszentrum für Ernährung empfehlen deshalb, die Einweichflüssigkeit wegzugießen und die Hülsenfrüchte gründlich zu garen.
Welche Gerichte mit Kichererbsen wirklich überzeugen
Der Klassiker ist Hummus aus Kichererbsen, Tahin, Zitronensaft, Knoblauch und Olivenöl. Für eine besonders glatte Konsistenz püriere ich die Hülsenfrüchte länger und gebe nach und nach etwas kaltes Wasser dazu. Die Qualität des Tahins macht dabei oft einen größeren Unterschied als ein zusätzliches Gewürz.
In der italienischen Küche funktionieren Kichererbsen besonders gut mit Rosmarin, Salbei, Knoblauch und bestem Olivenöl. „Pasta e ceci“ wird sämig, wenn ein Teil der Kichererbsen zerdrückt wird. Kichererbsenmehl wiederum ist die Grundlage für die ligurische Farinata, einen dünnen, herzhaften Fladen aus Mehl, Wasser, Olivenöl und Salz.
- Salate: Mit Tomaten, Fenchel, Rucola und Zitronen-Olivenöl-Dressing werden sie zu einer sättigenden, mediterranen Mahlzeit.
- Suppen und Eintöpfe: Sie geben Brühen Körper und passen zu Kürbis, Spinat, Mangold und Pasta.
- Ofengerichte: Mit Olivenöl und Gewürzen werden sie bei hoher Hitze außen knusprig.
- Falafel: Traditionell werden dafür eingeweichte, ungekochte Kichererbsen verwendet, die anschließend vollständig durchgegart werden.
- Kichererbsenmehl: Es eignet sich für Farinata, herzhafte Pfannkuchen und als glutenfreie Bindung.
Ein häufiger Fehler ist, die Hülsenfrucht nur als Beilage zu behandeln. Ihr nussiges Aroma kommt stärker zur Geltung, wenn sie mit Fett, Säure und frischen Kräutern kombiniert wird. Ein Löffel gutes Olivenöl und etwas Zitronensaft leisten oft mehr als eine lange Gewürzliste.
Was bei Verträglichkeit und Einkauf wichtig ist
Kichererbsen enthalten fermentierbare Kohlenhydrate, darunter Oligosaccharide. Sie können bei empfindlichen Menschen Blähungen verursachen. Ein gründliches Einweichen, das Wegschütten des Wassers, vollständiges Garen und ein langsames Gewöhnen an Hülsenfrüchte helfen häufig.
Wer bisher kaum Hülsenfrüchte gegessen hat, startet besser mit einer kleinen Portion von etwa 80 bis 100 Gramm gekocht. Bei starken oder anhaltenden Beschwerden sollte die individuelle Verträglichkeit ärztlich abgeklärt werden. Kichererbsen sind von Natur aus glutenfrei, bei Mehl und verarbeiteten Produkten lohnt sich trotzdem ein Blick auf die Zutatenliste.
Beim Einkauf achte ich bei Konserven auf eine kurze Zutatenliste. Ideal sind Kichererbsen, Wasser und eventuell etwas Salz. Für den Alltag ist die Dose kein kulinarischer Kompromiss, sondern schlicht eine praktische Abkürzung, solange man sie abspült und das Gericht selbst frisch abschmeckt.
Die kleine Hülsenfrucht mit großer Küchenfreiheit
Kichererbsen sind mild, nährstoffreich und vielseitig genug für mediterrane Klassiker ebenso wie für schnelle Alltagsgerichte. Getrocknete Ware belohnt etwas Planung mit guter Konsistenz, während Konserven in wenigen Minuten auf dem Teller landen.
Mein praktischer Rat lautet deshalb: Eine Dose für spontane Mahlzeiten bereithalten und gelegentlich einen größeren Topf getrocknete Kichererbsen vorkochen. So wird aus derselben Zutat am ersten Tag eine italienische Pasta, am zweiten ein Salat und am dritten ein cremiger Hummus.
