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Italienische Zitronenkekse als weiche Citronelli backen

Evelyne Kraft 18. Mai 2026
Zitronenkekse italienisch, mit leuchtend gelber Zitronencreme gefüllt und mit Puderzucker bestäubt, liegen auf einem Marmorbrett.

Inhaltsverzeichnis

Ein guter Zitronenkeks soll frisch duften, zart zerfallen und trotzdem genug Charakter für einen Espresso haben. Italienische Zitronenkekse erfüllen genau das, besonders als weiche Citronelli mit Puderzucker oder als mürbe Variante nach Art der Canestrelli. Hier zeige ich, welche Sorten sich unterscheiden, wie ein zuverlässiges Grundrezept gelingt und worauf es bei Zitrone, Teig und Backzeit wirklich ankommt.

Italienische Zitronenkekse leben von Frische und einer zarten Konsistenz

  • Citronelli sind weich, aromatisch und ideal zum Kaffee.
  • Für intensiven Geschmack braucht es unbehandelte Zitronenschale, nicht nur Saft.
  • Der Teig sollte vor dem Formen mindestens 30 Minuten kühlen.
  • Bei 170 bis 175 °C bleiben die Kekse hell und saftig.
  • In einer luftdichten Dose halten sie sich etwa 7 bis 10 Tage.

Welche italienischen Zitronenkekse wirklich gemeint sind

Unter italienischen Zitronenkeksen versteht man nicht nur eine einzige, landesweit festgelegte Sorte. Je nach Region und Rezept entstehen weiche, mürbe oder knusprige Varianten. Besonders häufig begegnen mir Citronelli, Zitronentaler, Zitronenringe und Canestrelli mit Zitronenaroma.

Sorte Konsistenz Besonderheit
Citronelli weich und leicht chewy intensives Zitronenaroma, oft mit Puderzucker
Zitronentaler mürbe und buttrig einfach auszurollen und auszustechen
Zitronenringe außen zart knusprig hübsche Form für Kaffeetafeln und Geschenke
Canestrelli sehr mürbe klassische Blütenform, häufig mit Puderzucker

Für ein unkompliziertes Backblech empfehle ich die weichen Citronelli. Sie verzeihen kleine Ungenauigkeiten besser als feines Mürbeteiggebäck und schmecken bereits am selben Tag rund. Wer dagegen knusprige Kekse für eine längere Aufbewahrung möchte, nimmt weniger Flüssigkeit und backt sie etwas länger.

Zitronenkekse italienisch, zart bestäubt mit Puderzucker, liegen auf einem silbernen Tablett.

Das Grundrezept für weiche Citronelli

Mit diesem Rezept entstehen ungefähr 24 bis 28 Kekse. Ich verwende lieber etwas weniger Zitronensaft und dafür reichlich Abrieb, weil die Schale das eigentliche Aroma trägt und der Teig dadurch formstabil bleibt.

Zutaten für ein Blech

  • 250 g Mehl Type 405 oder 550
  • 100 g Zucker
  • 100 g weiche Butter
  • 1 Ei
  • 1 unbehandelte Zitrone
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Vanillezucker oder Vanilleextrakt
  • 80 g Puderzucker zum Wälzen

Zubereitung

  1. Die Zitrone heiß abwaschen und die gelbe Schale fein abreiben. Danach etwa 2 EL Saft auspressen.
  2. Butter, Zucker, Vanille und Zitronenabrieb 2 bis 3 Minuten cremig rühren. Das Ei und den Zitronensaft kurz einarbeiten.
  3. Mehl, Backpulver und Salz mischen. Die trockenen Zutaten nur so lange unterheben, bis ein weicher Teig entsteht.
  4. Den Teig abdecken und mindestens 30 Minuten kalt stellen. Bei sehr weicher Butter dürfen es auch 60 Minuten sein.
  5. Den Backofen auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Aus dem Teig walnussgroße Kugeln formen und großzügig in Puderzucker wälzen.
  6. Die Kugeln mit etwas Abstand auf ein Backblech setzen und 10 bis 12 Minuten backen. Die Oberfläche darf Risse zeigen, die Unterseite sollte nur leicht goldgelb sein.
  7. Die Kekse 5 Minuten auf dem Blech ruhen lassen und erst danach auf ein Gitter legen.

Die Kekse wirken beim Herausnehmen noch etwas weich. Genau das ist richtig. Sie werden beim Abkühlen fester, bleiben im Inneren aber angenehm zart. Wer sie vollständig im Ofen austrocknet, erhält zwar haltbare Plätzchen, verliert jedoch den typischen italienischen Charakter.

So kommen Zitrone und Teig ins Gleichgewicht

Der häufigste Fehler ist ein Übermaß an Zitronensaft. Er macht den Teig klebrig und kann den Geschmack trotz großer Menge flach wirken lassen. Fein geriebene Schale liefert deutlich mehr ätherische Öle, während der Saft vor allem Frische und Säure beisteuert.

Die wichtigsten Stellschrauben

  • Zitrone: Nur die gelbe Schicht abreiben, denn die weiße Haut schmeckt bitter.
  • Butter: Sie sollte weich, aber nicht geschmolzen sein. Flüssige Butter lässt die Kugeln stark auseinanderlaufen.
  • Kühlzeit: Kalter Teig hält die Form und sorgt für eine feinere Krume.
  • Backtemperatur: Zu hohe Hitze bräunt den Puderzucker und trocknet die Ränder aus.
  • Abstand: Rund 4 cm zwischen den Kugeln verhindern, dass die Kekse zusammenbacken.

Ich backe zuerst gern nur zwei Probeteigkugeln. Laufen sie zu breit, kommt der Teig nochmals in den Kühlschrank. Bleiben sie sehr kompakt, drücke ich sie vor dem Backen leicht flach. Diese kleine Probe spart ein ganzes Blech misslungener Kekse.

Welche Varianten sich wirklich lohnen

Das Grundrezept lässt sich leicht verändern, ohne seinen mediterranen Charakter zu verlieren. Ich würde allerdings nicht mehrere Aromen gleichzeitig einbauen. Zitrone, Vanille und vielleicht eine feine zusätzliche Note reichen völlig aus.

Mit Limoncello

Für eine erwachsenere Variante ersetzt man einen Teil des Zitronensafts durch 1 EL Limoncello. Mehr Alkohol ist nicht nötig, denn er kann den Teig verflüssigen und das Zitronenaroma überdecken. Diese Version passt besonders gut zu einem kräftigen Espresso nach dem Essen.

Mit Mandeln

Wer eine weichere, leicht marzipanartige Note mag, ersetzt 40 g Mehl durch gemahlene Mandeln. Die Kekse werden dadurch saftiger, aber auch etwas empfindlicher. Ich lasse sie nach dem Backen vollständig auskühlen, bevor ich sie in eine Dose schichte.

Als mürbe Zitronentaler

Für knusprigere Taler verwendet man 150 g Butter, 80 g Puderzucker und nur 1 bis 2 EL Zitronensaft. Den Teig 2 bis 3 mm dick ausrollen, ausstechen und bei 175 °C etwa 8 bis 10 Minuten backen. Die Ränder dürfen leicht Farbe bekommen, die Mitte sollte hell bleiben.

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Ohne Milchprodukte

Butter lässt sich durch eine feste pflanzliche Backalternative ersetzen. Das Ergebnis wird meist etwas weniger buttrig, funktioniert aber gut, wenn die Alternative mindestens 70 bis 80 Prozent Fett enthält. Flüssige Margarine oder Öl sind für diese Form des Gebäcks ungeeignet.

Servieren, Aufbewahren und Verschenken

Weiche Zitronenkekse schmecken am besten bei Raumtemperatur. Ich serviere sie mit Espresso, schwarzem Tee oder einem kleinen Glas Vin Santo. Für ein Dessert lassen sie sich zerbröseln und mit Mascarponecreme, Zitronenabrieb und frischen Beeren kombinieren.

Zum Aufbewahren eignet sich eine gut schließende Blechdose. Backpapier zwischen den Lagen verhindert, dass die Puderzuckerschicht aneinanderklebt. Weiche Citronelli bleiben ungefähr 7 bis 10 Tage aromatisch, mürbe Taler oft etwas länger.

Für ein Geschenk lege ich die Kekse erst nach vollständigem Auskühlen in die Dose. Ein kleines Stück Backpapier und ein Streifen Zitronenschale als Dekoration sehen hübsch aus, sollten aber nicht dauerhaft mit den Keksen in Kontakt bleiben, da zusätzliche Feuchtigkeit die Konsistenz verändert.

Die kleine italienische Keksdose für später

Für den ersten Versuch würde ich die weichen Citronelli wählen. Sie brauchen keine komplizierte Technik, zeigen deutlich den Unterschied zwischen Zitronenschale und Zitronensaft und gelingen auch dann, wenn man noch wenig Erfahrung mit italienischem Gebäck hat.

Der wichtigste Grundsatz bleibt einfach: kalter Teig, unbehandelte Zitrone und eine kurze Backzeit. So entstehen Kekse, die außen fein reißen, innen zart bleiben und nicht nach künstlichem Zitronenaroma schmecken. Genau deshalb gehören sie für mich nicht nur in die Weihnachtszeit, sondern auf jedes sommerliche Kaffeebuffet.

Häufig gestellte Fragen

Weiche Citronelli sind besonders unkompliziert und verzeihen kleine Ungenauigkeiten besser als feines Mürbeteiggebäck. Zitronentaler werden mürbe und buttrig, Zitronenringe außen zart knusprig und Canestrelli sehr mürbe.

Für etwa 24 bis 28 Kekse werden der fein abgeriebene Abrieb einer unbehandelten Zitrone und ungefähr 2 EL Zitronensaft verwendet. Die Schale liefert das intensive Aroma, während der Saft vor allem Frische und Säure beisteuert. Nur die gelbe Schicht abreiben, da die weiße Haut bitter schmeckt.

Die Butter sollte weich, aber nicht geschmolzen sein. Außerdem muss der Teig mindestens 30 Minuten, bei sehr weicher Butter bis zu 60 Minuten, gekühlt werden. Etwa 4 cm Abstand zwischen den Teigkugeln und zwei Probekekse helfen zusätzlich, die Form zu prüfen.

Citronelli werden bei 170 °C Ober- und Unterhitze etwa 10 bis 12 Minuten gebacken. Die Oberfläche darf Risse zeigen, während die Unterseite nur leicht goldgelb sein sollte. Nach dem Backen bleiben die Kekse zunächst 5 Minuten auf dem Blech und werden erst dann auf ein Gitter gelegt.

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Autor Evelyne Kraft
Evelyne Kraft
Mein Name ist Evelyne Kraft, und seit nunmehr 8 Jahren widme ich mich mit großer Begeisterung der italienischen Kulinarik, dem Wein und der Lebensart, die dahintersteckt. Meine Reise in diese faszinierende Welt begann mit einer tiefen Neugier für die Authentizität und Vielfalt der italienischen Küche. Hier auf rossini-koeln.de teile ich mein Wissen und meine Erfahrungen, sei es über regionale Spezialitäten, die Kunst der Weinbegleitung oder einfach die Freude am Genuss. Ich lege Wert darauf, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und Ihnen stets fundierte, aktuelle Informationen zu liefern, damit Sie die italienische Lebensart noch besser verstehen und in Ihren Alltag integrieren können.

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