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Café Crema richtig zubereiten und von Espresso unterscheiden

Gerhild Lechner 4. August 2026
Ein Glas Espresso und eine Tasse mit cremigem café crema, umgeben von gerösteten Kaffeebohnen.

Inhaltsverzeichnis

Eine Tasse Café Crema wirkt auf den ersten Blick wie ein großer Espresso, schmeckt aber meist milder und besitzt eine deutlich ausgeprägtere Schaumschicht. Ich zeige, was hinter dem Getränk steckt, wie es sich von Espresso, Lungo und Filterkaffee unterscheidet und mit welchen Einstellungen es auch zu Hause ausgewogen gelingt.

Die wichtigsten Fakten für eine ausgewogene Tasse

  • Größeres Volumen: Üblich sind etwa 120 bis 180 Milliliter.
  • Andere Extraktion: Das Wasser läuft länger durch ein gröber gemahlenes Kaffeebett.
  • Crema ist kein Milchschaum: Sie entsteht aus Ölen, Kohlendioxid und dem Brühdruck.
  • Nicht einfach länger laufen lassen: Zu lange Extraktion macht den Kaffee schnell bitter.
  • Geschmack: Ideal ist ein runder, kräftiger Kaffee ohne verbrannte oder trockene Noten.

Ein Glas Espresso und eine Tasse mit cremigem café crema, umgeben von gerösteten Kaffeebohnen.

Was dieses Kaffeegetränk besonders macht

Beim Café Crema werden Kaffeebohnen in einer Espressomaschine unter Druck extrahiert, allerdings mit mehr Wasser und meist einem gröberen Mahlgrad als beim klassischen Espresso. Dadurch entsteht eine größere Tasse mit einer hellen, feinporigen Crema an der Oberfläche.

Die Crema besteht nicht aus Milch und ist auch kein aufgeschäumtes Wasser. Während der Brühung lösen sich Kohlendioxid und Kaffeeöle. Der Druck der Maschine verteilt diese Bestandteile in der Flüssigkeit, bevor sie sich nach dem Bezug als goldbraune Schaumschicht sammeln.

In Deutschland wird das Getränk häufig über den Kaffeevollautomaten ausgewählt. Die Bezeichnung beschreibt dort nicht immer ein streng einheitliches Rezept, sondern oft ein Maschinenprogramm. Je nach Gerät kann eine Tasse deshalb zwischen 100 und 200 Millilitern groß sein und geschmacklich eher an einen kräftigen Filterkaffee oder an einen verlängerten Espresso erinnern.

Espresso, Lungo und Filterkaffee im direkten Vergleich

Die Unterschiede

liegen vor allem in Wassermenge, Kontaktzeit und Zubereitungsart. Der Name allein sagt dabei weniger aus, als viele denken. Besonders bei Vollautomaten verändern Mahlwerk, Brühkammer und voreingestellte Wassermenge das Ergebnis deutlich.

Getränk Typische Menge Charakter Worauf es ankommt
Espresso 25 bis 35 ml Kräftig, konzentriert, kurzer Nachgeschmack Feiner Mahlgrad und kurze Extraktion
Café Crema 120 bis 180 ml Kräftig, aber weniger konzentriert Mehr Wasser und passende, längere Extraktion
Lungo 50 bis 90 ml Intensiv, manchmal herb oder trocken Espressomahlung mit längerem Wasserfluss
Filterkaffee 150 bis 250 ml Klare Aromen und leichteres Mundgefühl Gravitation und Papierfilter
Americano 120 bis 200 ml Espresso mit verdünntem Körper Wasser wird nach dem Espresso zugegeben

Der wichtigste Unterschied zum Americano ist der Zeitpunkt der Wasserzugabe. Beim Americano wird der Espresso zuerst separat bezogen und danach mit heißem Wasser verlängert. Beim Café Crema läuft das Wasser während der Extraktion durch das Kaffeemehl, wodurch mehr Bitterstoffe und Röstaromen in die Tasse gelangen können.

Ich persönlich sehe den Lungo als die häufigste Verwechslung. Er ist nicht automatisch ein kleiner Café Crema. Wer einen Espresso einfach zu lange laufen lässt, bekommt oft keine größere Eleganz, sondern eine trockene Tasse mit überextrahiertem Schluss.

So gelingt die Zubereitung zu Hause

Für einen guten Start verwende ich eine mittel- bis dunkel geröstete Espressomischung und eine Wassermenge von etwa 120 bis 150 Millilitern. Arabica sorgt häufig für mehr Süße und Frucht, während Robusta zusätzliche Fülle und eine stabilere Crema bringen kann.

Mit dem Kaffeevollautomaten

  1. Die Bohnen möglichst frisch verwenden und den Kaffee nicht über Wochen im Bohnenbehälter lagern.
  2. Mit der mittleren Mahlgradeinstellung beginnen, statt sofort sehr fein zu mahlen.
  3. Eine Wassermenge von 120 bis 150 Millilitern einstellen.
  4. Die Stärke auf eine mittlere bis hohe Stufe setzen und eine Tasse probieren.
  5. Bei bitterem Geschmack die Wassermenge reduzieren oder den Mahlgrad etwas gröber wählen.

Der Mahlgrad ist dabei ein Stellrad und kein Qualitätsmerkmal. Zu fein bedeutet oft eine langsame, übermäßige Extraktion; zu grob kann die Tasse dünn und wässrig machen. Änderungen sollten immer nur in kleinen Schritten erfolgen, weil das Mahlwerk einige Bezüge braucht, bis die neue Einstellung vollständig sichtbar wird.

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Mit Siebträgermaschine

Die Zubereitung im Siebträger verlangt etwas mehr Feinarbeit, bietet dafür aber eine bessere Kontrolle. Als Ausgangspunkt eignen sich etwa 9 bis 11 Gramm Kaffee für eine einzelne größere Tasse, ein mittlerer Mahlgrad und eine Brühtemperatur im Bereich von ungefähr 90 bis 94 Grad Celsius.

Eine feste Standardmenge gibt es nicht, weil Maschinen, Siebe und Röstungen unterschiedlich arbeiten. Ich würde den Bezug nicht blind auf eine bestimmte Zeit verlängern. Entscheidend ist, dass der Kaffee rund schmeckt und nicht am Ende trocken, verbrannt oder auffällig bitter wird.

Wer regelmäßig größere Tassen zubereitet, sollte außerdem ein passendes Café-Crema- oder größeres Sieb verwenden. Ein kleines Espressosieb mit sehr viel zusätzlichem Wasser zu belasten, führt häufig zu einem unausgewogenen Verhältnis zwischen Kaffeemehl und Flüssigkeit.

Welche Bohnen und Röstungen am besten passen

Für dieses Getränk funktionieren Bohnen mit mittlerer bis dunkler Röstung meist besonders zuverlässig. Sie entwickeln Schokoladen-, Nuss- und Karamellnoten, die auch bei größerem Tassenvolumen noch deutlich wahrnehmbar bleiben.

Sehr helle Röstungen können ebenfalls interessant sein, verlangen aber mehr Präzision. Bei zu kurzer oder zu grober Extraktion schmecken sie schnell sauer und dünn. Wer einen weichen Frühstückskaffee erwartet, ist mit einer ausgewogenen Mischung oft besser beraten als mit einer extrem fruchtigen Spezialitätenröstung.

Bohnenprofil Typischer Geschmack Geeignet für
100 Prozent Arabica Fruchtig, süß, oft etwas leichter Wer klare und feinere Aromen bevorzugt
Arabica-Robusta-Mischung Kräftig, voll, stabile Crema Wer einen klassischen, körperreichen Geschmack sucht
Dunkle Espressoröstung Würzig, schokoladig, röstintensiv Für Milch, Frühstück und kräftige Tassen
Helle Röstung Fruchtig, floral, lebendig Für experimentierfreudige Kaffeetrinker

Das Röstdatum ist wichtiger als ein vollmundiges Etikett. Für Vollautomaten finde ich Bohnen, die nach dem Rösten ungefähr ein bis acht Wochen alt sind, meist besonders unkompliziert. Sehr frische Bohnen können noch viel Kohlendioxid enthalten und dadurch eine unruhige Crema oder spritzige, unausgewogene Aromen entwickeln.

Typische Fehler und ihre schnelle Lösung

Ein häufiger Fehler ist die maximale Wassermenge. Eine große Tasse wirkt zunächst praktisch, wird aber nicht automatisch besser. Wenn die Tasse flach oder bitter schmeckt, liegt es oft daran, dass zu viel Wasser durch dieselbe Menge Kaffeemehl gelaufen ist.

  • Bitter und trocken: Wassermenge verringern oder Mahlgrad gröber stellen.
  • Sauer und dünn: Mahlgrad etwas feiner wählen oder die Stärke erhöhen.
  • Kaum Crema: Frische der Bohnen, Bohnenart und Maschinensauberkeit prüfen.
  • Crema sehr grob und schnell verschwunden: Oft sind die Bohnen zu frisch oder die Einstellung passt nicht zur Röstung.
  • Verbrannter Geschmack: Dunkle Röstung, zu hohe Temperatur oder zu lange Extraktion hinterfragen.

Auch die Reinigung wird unterschätzt. Kaffeeöle setzen sich in Brühgruppe, Auslauf und Sieb fest und verändern den Geschmack. Eine regelmäßige Reinigung macht oft einen größeren Unterschied als eine teurere Bohne, besonders bei Vollautomaten mit täglichem Gebrauch.

Die Crema selbst ist übrigens kein sicherer Beweis für Qualität. Robusta, sehr frische Bohnen oder bestimmte Röstungen erzeugen viel Schaum, ohne dass die Tasse ausgewogen schmeckt. Ich probiere deshalb immer zuerst den Kaffee und bewerte die Crema erst danach.

Wann sich die große Tasse besonders lohnt

Das Getränk passt gut zu einem langen Frühstück, zu einem Stück Kuchen oder zu einer kleinen süßen Speise. Durch die größere Menge bleibt der Kaffeegenuss länger erhalten, ohne so dünn zu wirken wie manche große Tasse Filterkaffee.

Für Milchgetränke ist die kräftige Variante ebenfalls praktisch. Ein Schuss Milch oder etwas aufgeschäumte Milch nimmt Röstaromen zurück, ohne dass der Kaffee vollständig verschwindet. Für einen klassischen Cappuccino würde ich trotzdem einen konzentrierteren Espresso wählen, weil die Balance mit Milchschaum sonst schnell zu mild wird.

Beim Koffein sollte man sich nicht allein von der kleinen oder großen Tasse täuschen lassen. Die tatsächliche Menge hängt vor allem von Bohnensorte, Dosierung und Rezept ab. Eine größere Tasse kann deshalb mehr Koffein enthalten als ein einzelner Espresso, auch wenn sie weniger intensiv schmeckt.

Die beste Einstellung beginnt mit einer kleinen Tasse

Wer seinen Vollautomaten oder Siebträger neu einstellt, sollte zunächst nicht die größte mögliche Wassermenge wählen. Mit 120 Millilitern lässt sich leichter beurteilen, ob Süße, Säure und Bitterkeit im Gleichgewicht sind.

Schmeckt die Tasse angenehm, kann die Menge vorsichtig auf 140 oder 150 Milliliter erhöht werden. Sobald der Kaffee trocken oder leer wirkt, ist die Grenze erreicht. Genau dort liegt für mich die sinnvollere Definition einer guten großen Tasse: nicht möglichst viel Flüssigkeit, sondern möglichst viel Geschmack.

Ein ausgewogener Bezug braucht keine spektakuläre Maschine. Frische Bohnen, saubere Technik und eine passende Wassermenge leisten meist mehr als eine besonders dicke Schaumschicht. Wer diese drei Punkte beherrscht, bekommt einen cremigen, aromatischen Kaffee, der deutlich mehr kann als nur nach verlängertem Espresso zu schmecken.

Häufig gestellte Fragen

Café Crema enthält meist 120 bis 180 Milliliter und wird mit mehr Wasser sowie einem gröberen Mahlgrad als Espresso zubereitet. Ein Lungo entsteht aus einer Espressomahlung mit längerem Wasserfluss und kann dadurch herb oder trocken schmecken. Filterkaffee wird per Gravitation und Papierfilter gebrüht und besitzt meist ein klareres, leichteres Mundgefühl.

Beginne mit einer mittleren Mahlgradeinstellung, 120 bis 150 Millilitern Wasser und mittlerer bis hoher Kaffeestärke. Schmeckt der Kaffee bitter oder trocken, reduziere die Wassermenge oder stelle den Mahlgrad etwas gröber. Änderungen sollten in kleinen Schritten erfolgen, da das Mahlwerk mehrere Bezüge benötigt, bis die neue Einstellung sichtbar wird.

Mittel bis dunkel geröstete Bohnen entwickeln auch bei größerem Tassenvolumen deutliche Schokoladen-, Nuss- und Karamellnoten. Arabica sorgt häufig für Süße und fruchtige Aromen, während Robusta mehr Fülle und eine stabilere Crema beitragen kann. Für Vollautomaten sind Bohnen im Alter von etwa ein bis acht Wochen nach dem Rösten meist unkompliziert.

Bei bitterem oder trockenem Geschmack solltest du die Wassermenge verringern oder den Mahlgrad gröber stellen. Schmeckt die Tasse sauer und dünn, kann ein etwas feinerer Mahlgrad oder eine höhere Kaffeestärke helfen. Zusätzlich solltest du Bohnenfrische, Röstung und die Sauberkeit von Brühgruppe, Auslauf und Sieb prüfen.

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Autor Gerhild Lechner
Gerhild Lechner
Mein Name ist Gerhild Lechner und seit 15 Jahren tauche ich tief in die Welt der italienischen Kulinarik, des Weins und der Lebensart ein. Meine Begeisterung für diese Themen begann mit meiner ersten Reise nach Italien, wo ich die authentische Gastfreundschaft und die Vielfalt der regionalen Spezialitäten kennenlernte. Seitdem ist es mir ein Anliegen, dieses reiche Erbe auf rossini-koeln.de mit Ihnen zu teilen. Ich lege großen Wert darauf, Ihnen fundierte und verständliche Einblicke zu geben, sei es in die Geheimnisse eines perfekten Risottos, die Nuancen eines erstklassigen Chianti oder die Philosophie hinter der italienischen "Dolce Vita". Bei meiner Arbeit recherchiere ich sorgfältig, vergleiche Informationen und versuche stets, komplexe Themen so aufzubereiten, dass sie für jeden nachvollziehbar sind. Mein Ziel ist es, Ihnen stets nützliche, korrekte und aktuelle Informationen zu liefern, die Ihre eigene Entdeckungsreise durch die italienische Genusswelt bereichern.

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